HUW Journal

Ratgeber für Gesundheitsvorsorge und Kosten

Was leistet die gesetzliche Pflegeversicherung grundsätzlich?

  • Tobias Reinecke
  • Gesundheitsvorsorge und Kosten
  • 2 Minuten Lesezeit
  • Stand 28.03.2026

Über die Pflegeversicherung denken die meisten Menschen erst nach, wenn ein Pflegefall in der eigenen Familie bereits eingetreten ist. Ein Blick auf die tatsächlichen Leistungen zeigt, warum sich diese Frage deutlich früher lohnt.

Was leistet die gesetzliche Pflegeversicherung grundsätzlich?

Die gesetzliche Pflegeversicherung zahlt je nach festgestelltem Pflegegrad ein Pflegegeld oder eine Pflegesachleistung, deckt die tatsächlichen Kosten einer Pflege damit aber in den meisten Fällen nur teilweise ab.

Diese Teilabdeckung ist von Anfang an so angelegt: Die gesetzliche Pflegeversicherung wurde bewusst als Teilkaskoversicherung konzipiert, die einen Grundanteil der Kosten übernimmt, nicht die vollständige Finanzierung einer Pflegesituation.

Wie unterscheiden sich die fünf Pflegegrade in der gesetzlichen Pflegeversicherung?

Die fünf Pflegegrade unterscheiden sich nach dem Grad der Selbstständigkeit, von Pflegegrad 1 mit geringer Beeinträchtigung bis Pflegegrad 5 mit schwersten Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit.

Die Einstufung erfolgt über ein Punktesystem, das unter anderem Mobilität, kognitive Fähigkeiten und Selbstversorgung berücksichtigt. Mit steigendem Pflegegrad steigen auch die monatlichen Leistungen der Pflegeversicherung spürbar an, decken aber weiterhin nur einen Teil der tatsächlichen Kosten.

Wie hoch sind die Leistungen der Pflegeversicherung bei häuslicher Pflege?

Bei häuslicher Pflege zahlt die Pflegeversicherung ein Pflegegeld, das je nach Pflegegrad aktuell zwischen rund 347 und 990 Euro monatlich liegt, bei Inanspruchnahme eines ambulanten Pflegedienstes deutlich höhere Sachleistungsbeträge.

Angehörige kümmert sich zu Hause um eine ältere, pflegebedürftige Person

Diese Beträge werden regelmäßig an die allgemeine Kostenentwicklung angepasst, bleiben aber auch nach Anpassungen deutlich unter den tatsächlichen Kosten einer umfassenden Pflege. Wer Pflegegeld und Pflegesachleistung kombiniert in Anspruch nimmt, etwa bei teilweiser Betreuung durch Angehörige und teilweiser Unterstützung durch einen Pflegedienst, erhält eine anteilige Kombination beider Leistungen.

Welche Kosten entstehen bei vollstationärer Pflege zusätzlich zur gesetzlichen Leistung?

Bei vollstationärer Pflege liegt der monatliche Eigenanteil für Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten häufig im mittleren bis hohen dreistelligen oder sogar vierstelligen Eurobereich, abhängig von Einrichtung und Region.

Dieser Eigenanteil kommt zusätzlich zu den Pflegekosten selbst hinzu, die über die gesetzliche Pauschale nur teilweise gedeckt werden. Gerade dieser verbleibende Eigenanteil ist der Hauptgrund, warum sich viele Menschen ergänzend mit einer privaten Pflegezusatzversicherung beschäftigen.

Für wen lohnt sich eine private Pflegezusatzversicherung besonders?

Besonders lohnen kann sich eine private Pflegezusatzversicherung für Menschen, die im Pflegefall finanziell nicht allein auf Angehörige oder Ersparnisse angewiesen sein möchten.

Wie sich eine solche Zusatzabsicherung sinnvoll mit anderen bestehenden Versicherungen kombinieren lässt, beschreibt der Beitrag zum Vergleich privater Zusatzversicherungen im Detail. Je früher ein solcher Vertrag abgeschlossen wird, desto günstiger fällt meist der monatliche Beitrag aus.